Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (27.01.)
Die Historikerin Dalia Ofer beschäftigt sich mit dem Holocaust aus der Genderperspektive. Ein Artikel der Frankfurter Rundschau vom 26.01.2022 berichtet über sie. Ohne bewerten zu wollen, wer mehr unter der Vernichtungspolitik gelitten hat, nimmt Ofer die Rolle der Frauen im Dritten Reich in den Blick. Ihr Forschungsschwerpunkt ist das Leben in den osteuropäischen Ghettos: In denen Frauen sich verkleidet haben, um unentdeckt aus dem Ghetto zu kommen um Lebensmittel zu organisieren; Frauen, die am Warschauer Ghetto-Aufstand beteiligt waren oder sich anderen Partisanengruppen anschlossen. >>„Wir sprechen beim Gedanken an diese Lager meist über allgemeine Begriffe wie Tod, Zwangsarbeit und Grausamkeiten“, sagt Ofer. „Mich interessieren die Details, die menschliche Verfassung.“ […] Die Zeit des Holocaust aus feministischer Perspektive zu betrachten, ändert nichts am Ausmaß des Menschheitsverbrechen. Aber sie bereichert die Erkenntnisse, inzwischen auch aus Männersicht. „Der Gender-Ansatz“, sagt Guy Miron, „verhilft uns zu tieferen und umfassenden Einsichten.“ Miron (55) unterrichtet an der Open University in Israel Moderne Jüdische Geschichte. Und die, weiß der Historiker, war lange eine Männerdomäne.<< (fr) Hier findet ihr den gesamten Artikel.
Bis zum Ende des 2. Weltkrieges 1945 wurden über sechs Millionen Juden ermordet. „Andere Bevölkerungsgruppen wurden ebenfalls Opfer der nationalsozialistischen Ideologie. Sie wurden gezielt entrechtet, verfolgt, enteignet, inhaftiert und getötet, starben an Hunger, Krankheit, Erschöpfung, Misshandlung oder wurden hingerichtet.“ Darunter waren unter anderem Menschen mit geistigen/körperlichen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen, Homosexuelle, politische Gegner*innen, regimekritische Künstler*innen, unangepasste Jugendliche, Afro-Deutsche... (bpb)
An dieser Stelle verweisen wir auf eine Veranstaltung in der Wartburggemeinde am Dienstag, den 10. Februar, um 19.00 Uhr mit Judy Rosenthal: „Zwei deutsche Familiengeschichten – Recherchen zur NS-Zeit und danach“. Zwei Frankfurter*innen stellen ihre Familiengeschichten vor, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Mitwirkende:
Gottfried Kößler, Gedenkstättenpädagogik
Judy Rosenthal, Familienrecherchierende
Frank Paulun, Familienrecherchierender
Thomas Diemer, Pfarrer Wartburggemeinde
Heike Ließmann, Kirchenvorsteherin Wartburggemeinde
Adresse: Gemeindehaus der Ev. Wartburggemeinde, Hartmann-Ibach-Str. 108.
Der Eintritt ist frei!
Quellen:
www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/558759/27-januar-gedenken-an-die-opfer-des-nationalsozialismus/ (27.01.2026)
www.fr.de/politik/holocaust-im-gender-fokus-die-schicksale-der-frauen-91262006.html (27.01.1026)